Unsere kurze Antwort: Flatpedale sind am einfachsten und man kommt am sichersten runter, Klickpedale bieten Rennfahrern die festeste Verbindung, und Magnetpedale liegen dazwischen – der Fuß bleibt verbunden, löst sich aber in jede Richtung, wenn du es brauchst. Für die meisten Einsteiger, Pendler und Trailfahrer, die mehr Kontrolle ohne Angst vorm Festhängen wollen, sind Magnetpedale der beste Kompromiss.
Lange musste man sich zwischen zwei Extremen entscheiden: Flatpedale, bei denen der Fuß im Gelände abrutschen kann, oder Klickpedale, an die man sich wochenlang gewöhnen muss und die oft zum Zeitlupen-Sturz an der Kreuzung führen. Magnetpedale sind eine dritte Möglichkeit. Hier vergleichen wir alle drei.
Die drei Pedalarten im Überblick

1. Flatpedale
Eine breite Plattform mit Metallpins oder griffiger Oberfläche. Der Schuh hält nur durch Reibung.
- Gut für: entspanntes Fahren, Dirt Jumps, Fahrtechnik-Training und alle, die in normalen Schuhen sofort auf- und absteigen wollen.
- Nachteil: Im groben Gelände können die Füße abrutschen, und man kann nur drücken – nicht ziehen.
2. Klickpedale
Im Englischen heißen sie verwirrend „clipless“ – also „ohne Haken“. Tatsächlich verriegelt eine gefederte Mechanik ein Cleat unter dem Schuh mit dem Pedal (z. B. Shimano SPD, SPD-SL, Look Keo).
- Gut für: Rennfahrer auf Straße und im Cross-Country, die eine starre, feste Verbindung wollen.
- Nachteil: Raus kommt man nur durch Drehen der Ferse nach außen. Bei einem plötzlichen Halt klappt das oft nicht rechtzeitig, und man stürzt. Die begrenzte Drehfreiheit des Cleats kann außerdem die Knie belasten.
3. Magnetpedale
Starke Neodym-Magnete im Pedal halten eine dünne Stahlplatte, die am Schuh angeschraubt ist – meist mit 100 bis 200 N Haltekraft.
- Gut für: Einsteiger, Langstreckenfahrer, Pendler und Trailfahrer, die effizient treten, den Knien Freiheit lassen und leicht lösen wollen.
- Nachteil: teurer als einfache Flatpedale.
Vergleichstabelle
| Flat | Klick (SPD / Look) | Magnet | |
|---|---|---|---|
| Wie der Fuß gehalten wird | Reibung und Pins | Gefederte Klemmung | Magnet |
| Wie man rauskommt | Einfach anheben | Ferse nach außen drehen | Anheben, kippen oder drehen in jede Richtung |
| Sturzrisiko für Einsteiger | Keines | Hoch | Sehr gering |
| Halt auf Bodenwellen | Gering bis mittel | Hoch | Hoch |
| Bewegungsfreiheit fürs Knie | Voll | Begrenzt (meist 4–6°) | Freie Dreh- und Seitenbewegung |
| Effizienz am Berg | Nur Druck | Druck und Zug | Druck und Zug |
| Gehen mit den Schuhen | Normale Schuhe | Umständlich (vorstehendes Cleat) | Flache, versenkte Platte – problemlos |

Welches Pedal ist am besten für Einsteiger?
Für viele, die vom gemütlichen Radeln zu ambitionierterem Fahren wechseln, ist die Angst vor den Pedalen die größte Hürde.
Warum Klickpedale schwer zu lernen sind
Wenn man das Gleichgewicht verliert, zieht man den Fuß reflexartig hoch oder steigt zur Seite. Beim Klickpedal bringt Hochziehen nichts – nur eine bewusste seitliche Fersendrehung löst das Cleat. Unter Stress erstarren viele Einsteiger, drehen nicht weit genug und kippen um.
Warum Magnetpedale leichter sind
- Dein Reflex funktioniert: Keine Fersendrehung nötig. Kräftig hochziehen oder den Fuß seitlich abrollen, und du bist frei.
- Schonender für die Knie: Der Fuß ist nicht in einem Winkel fixiert und kann sich beim Treten natürlich bewegen.
- Kein Suchen nach dem Pedal: Fuß ungefähr aufsetzen, der Magnet zieht die Platte in Position.
Mehr dazu in unserem Ratgeber Rennradpedale für Einsteiger.
Welches Pedal für welchen Einsatz?

Mountainbike (Trail, Enduro, Downhill)
Das Problem: Angst vor Stürzen bei hohem Tempo oder davor, an einer steilen, technischen Stelle den Fuß nicht schnell genug auf den Boden zu bekommen.
Was hilft: eine breite Plattform mit Grip-Pins und Magneten in der Mitte. Die Füße bleiben über Wurzeln und Steine auf dem Pedal, aber du bist nicht ans Rad gekettet, wenn es wegrutscht.
- Magped GRAVITY – für Downhill, Bikepark und Enduro, mit sehr großer Plattform und kräftigen Pins.
- Magped ENDURO2 – CNC-gefrästes Aluminium, Magnete auf beiden Seiten, ein guter Allrounder fürs All-Mountain.
- Magped SPORT2 – schmaler und leichter, gut für Cross-Country, Trail-Einsteiger und leichtere Räder.
Gravel und Bikepacking
Das Problem: Vibrationen auf groben Wegen, dazu Abschnitte, an denen man schieben und laufen muss – und Café-Stopps unterwegs.
Was hilft: eine 2-Loch-Platte, die versenkt in einer begehbaren Gummisohle sitzt. Die Füße bleiben auf dem Schotter verbunden, und die natürliche Drehfreiheit schont die Knie an langen Tagen.
- Magped GRAVEL – leicht, mit Titanachse, für Gravel-Rennen und schnelle Langstrecken.
- Magped SPORT2 – ein guter Einstieg mit größerer Auflagefläche für Komfort auf langen Touren.
- Magped ULTRA2 – Magnesium-Körper und Titanachse: stabil, leicht und hochwertig verarbeitet.
Rennrad und Pendeln
Das Problem: Anhalten an Ampeln und vollen Kreuzungen mit rutschigen Plastikcleats – oder Füße, die in der Stadt von nassen Flatpedalen rutschen.
Was hilft: eine sichere Verbindung, die sich an der roten Ampel sofort löst, ohne hinzuschauen oder den Knöchel zu verdrehen – und Schuhe, in denen man laufen kann.
- Magped ROAD2 – schlank und aerodynamisch, für Rennradschuhe mit 3-Loch-Aufnahme.
- Magped SPORT2 oder Magped ULTRA2 – fürs Pendeln und die Stadt mit lässigen 2-Loch-SPD-Schuhen.
Häufige Fragen
Sind Magnetpedale stark genug für steile Anstiege?
Ja. Gute Magnetpedale halten zwischen 100 N (etwa 10 kg) und 200 N (etwa 20 kg) pro Pedal. Das reicht, um am Berg zu ziehen – eine kräftige Notbewegung löst den Fuß trotzdem.
Funktionieren Magnetpedale mit normalen Radschuhen?
Ja. Systeme wie Magped passen zu normalen 2-Loch- (SPD, MTB, Gravel) und 3-Loch-Schuhen (Look, SPD-SL, Rennrad). Eine dünne Stahlplatte ersetzt das übliche Cleat. Passende Schuhe listet Magped in seinem Schuh-Ratgeber (Englisch).
Stören Schlamm und Dreck?
Viel weniger als bei Klickpedalen. Klickmechaniken haben Federn und kleine Spalten, die sich mit Schlamm, Eis und Steinen zusetzen. Magnetpedale haben flache Kontaktflächen – kurz die Sohle abstreifen reicht meist, und sie funktionieren auch bei Nässe.
Unser Fazit
Du musst dich nicht mehr zwischen abrutschenden Flatpedalen und dem Stress mit Klickpedalen entscheiden. Magnetpedale verbinden effizientes Treten, Bewegungsfreiheit für die Knie und leichtes Lösen. Rennfahrer, die die festeste Verbindung wollen, bleiben wohl bei Klickpedalen, und wer in jedem Schuh einfach auf- und absteigen will, ist mit Flatpedalen glücklich – für alle dazwischen sind Magnetpedale einen Versuch wert. In unseren Tests der genannten Modelle findest du Bewertungen, Daten sowie Vor- und Nachteile.







